Ein großer iPod touch, nichts weiter

Die Überschrift sagt alles. Das gestern vorgestellte iPad ist vor allem ein iPod touch. Es kann nicht mehr als ein iPod touch, in den durch Vergrößerung mehr Hardware passt.

Der kleinste Apple-Rechner im Jahr 2010 ist ein 13″-Macbook. Selbst wenn man ignoriert, dass auf dem iPad ein eingeschränktes Betriebsystem (kein Multitasking, keine Hintergrund-Dienste, keine Telefonie auch bei 3G-Version) läuft, dass sich nur über den Appstore unter Apples voller Kontrolle mit Programmen beladen lässt, zeigt es spätestens die Hardware.

Zwar sind Taktraten heute nicht mehr die Welt, aber 1GHz ist dünn für einen Hauptprozessor, auch wenn die Grafikleistung offensichtlich stimmt. Aber mit einem Blick auf die Anschlussmöglichkeiten klärt sich die Frage entgültig: Das Gerät besitzt lediglich den vom iPhone und iPod bekannten Anschluss. Kein USB-Anschluss, kein SD-Steckplatz.

Das Apple Tablet unterstützt übrigens, genau wie iPod und iPhone kein Flash (nochmal: wir haben 2010). Wenn man sich die Anwendungen ansieht, die damit möglich wären, ist das auch garkein Wunder: Das wäre eine unkontrollierbare Konkurrenz für den einen Appstore als Hauptlieferant für touch-Anwendungen.

Natürlich wird es trotzdem ein Erfolg. Und Spaß macht es sicher auch.

Aber guckt man ein paar Monate weiter (und es kommt in Europa erst in drei Monaten!), wird Apple selbst bei einem Einstiegspreis von $500 (mit lächerlichem Speicher und ohne mobiles Internet) dünn gegen die Masse an günstigen Tegra2-Tablets aussehen. Diese Tablets werden Computer mit vollwertigen Betriebssystemen und höherer Akkuleistung bei gleichen Medien-Fähigkeiten sein.

Apple baut hier weiter an einer Glasspshäre für die treuen Kunden, die in de Spähre glücklich sein werden – während das richtige Leben draußen stattfindet. Das war aber zu erwarten und kann die richtige Strategie sein, während das Kopfschütteln der Außenwelt genauso berechtigt ist.

Diverse Nachträge nach dem Sprung.

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Kommt ein Google in den Mobilfunkmarkt

Die Nachfolger der Smartphones hatte ich ja bereits angesprochen (Google möchte sie – ekliger Weise – inzwischen gerne „Superphone“ nennen) und mit dem Hinweis verknüpft, dass man beim Erstehen eines selbigen mit Teilen der eigenen Seele in Schuldigkeit gerate.

Normalerweise geschieht das zum einen an den Mobilfunkanbieter, der eben dieses im Angebot hat und zum anderen an den Zuhälter der installierten Software. Bei Apple ist das, ähnlich wie bei normalen Handys der letzten Jahre, gleichzeitg der Hardwareverlöter. Bei Android-Geräten ist es Google.

Durch Apples ehemals exklusives Angebot eines solchen Gerätes konnte Apple zudem durch Auswahl des Mobilfunkanbieters für den Nutzer treffen – obwohl Apple-Kunden ja gerne aktzeptieren, dass Apple weis, was denn gut für sie ist, stieß die Wahl der heißgeliebten deutschen Telekom auf besonders wenig Gegenliebe. Ähnlich, aber weniger extrem, werden attraktive Handymodelle immer von Mobilfunkanbietern normalerweise ersteigert, um Kunden zu hässlichen Verträgen zu locken. Mit Android-Geräten verlief das ganz ähnlich. Business as usual.

Bis jetzt. Das Nexus One, Googlephone oder wie man es auch nennt, war nicht die innovative Eröffnung von Google auf der diesjährigen CES. Es war die Ankündigung eines Onlineshops für Android-Geräte, in denen man zum Gerät einen Anbieter wählen kann, aber nicht muss.

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