Ein großer iPod touch, nichts weiter

Die Überschrift sagt alles. Das gestern vorgestellte iPad ist vor allem ein iPod touch. Es kann nicht mehr als ein iPod touch, in den durch Vergrößerung mehr Hardware passt.

Der kleinste Apple-Rechner im Jahr 2010 ist ein 13″-Macbook. Selbst wenn man ignoriert, dass auf dem iPad ein eingeschränktes Betriebsystem (kein Multitasking, keine Hintergrund-Dienste, keine Telefonie auch bei 3G-Version) läuft, dass sich nur über den Appstore unter Apples voller Kontrolle mit Programmen beladen lässt, zeigt es spätestens die Hardware.

Zwar sind Taktraten heute nicht mehr die Welt, aber 1GHz ist dünn für einen Hauptprozessor, auch wenn die Grafikleistung offensichtlich stimmt. Aber mit einem Blick auf die Anschlussmöglichkeiten klärt sich die Frage entgültig: Das Gerät besitzt lediglich den vom iPhone und iPod bekannten Anschluss. Kein USB-Anschluss, kein SD-Steckplatz.

Das Apple Tablet unterstützt übrigens, genau wie iPod und iPhone kein Flash (nochmal: wir haben 2010). Wenn man sich die Anwendungen ansieht, die damit möglich wären, ist das auch garkein Wunder: Das wäre eine unkontrollierbare Konkurrenz für den einen Appstore als Hauptlieferant für touch-Anwendungen.

Natürlich wird es trotzdem ein Erfolg. Und Spaß macht es sicher auch.

Aber guckt man ein paar Monate weiter (und es kommt in Europa erst in drei Monaten!), wird Apple selbst bei einem Einstiegspreis von $500 (mit lächerlichem Speicher und ohne mobiles Internet) dünn gegen die Masse an günstigen Tegra2-Tablets aussehen. Diese Tablets werden Computer mit vollwertigen Betriebssystemen und höherer Akkuleistung bei gleichen Medien-Fähigkeiten sein.

Apple baut hier weiter an einer Glasspshäre für die treuen Kunden, die in de Spähre glücklich sein werden – während das richtige Leben draußen stattfindet. Das war aber zu erwarten und kann die richtige Strategie sein, während das Kopfschütteln der Außenwelt genauso berechtigt ist.

Diverse Nachträge nach dem Sprung.

Zu Flash

Hier wird Argumentiert, dass das Ableben von Flash wünschenswert ist und folglich Apple etwas richtiges tut, wenn es Flash auslässt. Das ist richtig und Bullshit.
Apple legt mehr wert auf Benutzererfahrung als Standards und Gemeinnützigkeit. Natürlich kann man (und sollte man manchmal) auf Flash verzichten. Aber darum geht es ja gar nicht.
Es geht um Kontrolle. Apple kann, will aber nicht. Außerdem: Adobe will nicht, wie Apple will.
Stromverbrauch und Wärmeentwicklung spielen sicher eine Rolle, Rechenleistung und mobile Bandbreite auch. Apples Ansichten zum Web sicher weniger.
Dass hier argumentiert wird, dass mit Flash zu viel Mist gemacht wird, ist schon lächerlich. HTML wird ja auch unterstützt. Und wer mit HTML5 dann (3D-) Spiele programmiert, bleibt wohl abzuwarten.

Unsortierte, aber zugehörige Gedanken:

  • Apple bietet ein iPad-Dock mit angebrachter Tastatur an. Das macht es zum teuersten, beschränktesten Netbook der Welt.
  • Kein Flash, kein Multitasking, keine Hintergrunddienste. 2010. Ehrlich!?
  • Sowohl iPad als auch Tegra2-Tablets sind gleich weit im Produktionsprozess. Und nicht aufm Markt.
  • Overall meh-ness: Keine umwerfenden, neuen Funktionen oder Features. Keine. Nada. In der ganzen Vorstellung nicht. Kein “one more thing”. Wie… dünn. Präsentation fesselt auch ungewohnt wenig. Anderswo wird Argumentiert, dass Steve offenbar selbst nicht überzeugt war – den Eindruck teile ich von der Keynote. Die Games sind mau. Tegra2 kommt von Nvidia, einem Grafikhardware-Hersteller, der auch schon Spieledemos auf gleichem Niveau gezeigt hat.
  • Bookstore hat ja eh bald jedes Gerät. So what?
  • Kein Video-Out – nix VGA, HDMI, DVI… aber hey, iWorks, ne? Vermutlich gibts nen 30€ iPod-zu-Video-Adapter…
    Update: Jap. $30 pro Adapter, es gibt Kamera/SD und VGA-Adapter. Apple sind die neuen Adapter-Rumschlepper. WTF.
  • Apple will die volle Kontrolle, sagt Aaron Swartz – und argumentiert zu recht mit der Angst vor Freiheitsverlust
  • Es gibt garkeine SIM-Karten für das iPad - was das soll, weis keiner. Vielleicht passive Anbieterkontrolle?
  • Keine Kamera!? und weitere Aufreger aus der ganzen Tech-Welt
  • Das Ganze kann man auch noch deutlich länger ausführen, siehe bei Engadget hier
  • Adobe beschwert sich wegen fehlendem Flash

Wird bei Bedarf erweitert…

flattr this!

24 Gedanken zu “Ein großer iPod touch, nichts weiter

  1. Hallo. Das ist ja mal ein netter Rant gegen das iPad. Zunächst mal eine Beobachtung: ich hab das Gefühl, dass wirklich alle mein Nerd Freunde und Bekannte enttäuscht sind, da kaum neue Technik aufgetaucht ist. Keine Bleeding-Edge Touchscreens, kein whatever. Dabei hat Apple das eigentlich noch nie gemacht, sondern vorhandenes neu zusammengefügt und mit neuer, aber (diskutierbar) besserer Software ausgerüstet. Nun zum Rant ;)

    1. Kein Flash, kein Multitasking, keine Hintergrunddienste ist mir auch in 2010 eigentlich wurscht. Solang das Starten einer Anwendung schnell genug/schneller als das Wechseln zwischen zwei Anwendungen ist, brauch ich das nicht. Für was braucht ein solches Gerät Telefonie? Skype sollte allerdings auch über 3G laufen…

    2. Die Frage ist scheint mir eher zu sein für was ich ein solches Tablet jetzt brauche und ich glaube man versteht es nur im Zusammenhang mit der Wolke. Deswegen braucht es auch keinen USB Port, SD Karten kann man wohl recht einfach (mit dem entsprechenden Zubehör) auslesen. Trotzdem, ein Dateimanager wird nötig. Einen vollwertigen Mobil/Desktop-Rechner soll es ja gar nicht ersetzen… Wenn man in der Steveischen’ Vorstellungswelt bleibt.

    3. Ich hab noch kein Tegra2 Tablet gesehen. Schon gar nicht günstig und mit passendem OS, obwohl hier ja vielleicht Chrome OS zum Zuge kommt. Die von Ballmer vorgestellten Slades mit vollwertigem Win7 will man nicht haben.

    4. “Apple baut hier weiter an einer Glassphäre für die treuen Kunden, die in de Spähre glücklich sein werden – während das richtige Leben draußen stattfindet.” Ha. Klingt als wären Applenutzer ne Art Sekte, die vom realen Leben keine Ahnung hat. Es sei dir für so einen polemischen Rant gestattet, aber tief drinnen weisst auch du, dass das Quatsch ist ;). Nur ein Bruchteil der Leute kauf Apple wegen des Design und der “Glassphäre” (oder dem “Reality Distortion Field”).

    Für unterwegs, z.B. an der Uni, sehe ich schon den Sinn eines solchen Geräts. Je weniger Gewicht ich schleppe, desto besser. Zuhause ist meine Wohnung noch nicht so weitläufig, dass ich nicht einfach mein Notebook schnappen und surfen kann. Selbiges Notebook hab ich aber eigentlich auch immer unterwegs dabei… Ich seh den Markt für diese Tablets einfach (noch) nicht.

    PS. Ich fand den Seitenhieb gegen die Netbooks klasse ;). Trifft genau meine Erfahrungen. http://lihai.de/index.php?id=21

  2. Ohhhhhhhh mein Gott!! ich kann nicht glauben dass die das wirklich tun.. und damit auch noch Erfolg haben werden… GAH!

  3. @laotang
    Die Entäuschung ist ziemlich großflächig zu beobachten und entsprechend vielseitig Begründet. Die oben verlinkte Zusammenfassung von Engadget gibt das schön wieder.

    Mich stören hauptsächlich zwei Sachen, die deinen Argumenten vorgreifen:
    a) Apple hat mit dem iPhone vorgegeben, wie Smartphones in der heutigen Zeit auszusehen haben. Das haben sie mit dem Tablet nicht geschafft.
    b) Apple schränkt künstlich das Potential der Hardware ein und bevormundet seine Kunden damit.

    Zu deinen Punkten:
    1. Dir ist das vielleicht Wurst, aber anderen deshalb nicht.

    2. Sicher kann man auch viel ohne vollständige Funktionen. Aber das ist eine Wertminderung, kein Mehrwert. Warum dann das iPad kaufen?

    3. Guck die CES-Reports an. Gibt genau so viel zu sehn wie vom iPad.
    Win7 aufm Tablet “will man nicht haben” trifft kaum auf jeden zu.
    ChromeOS, Linux, Android, Win7 bieten Auswahl und wer wirklich will hackt sich halt das iPhone/iPad-OS drauf. Angesichts des A4 im iPad, der auch nur ein ARM-basierter Chipmix ist (hallo Tegra2), wohl keine Schwierigkeit.

    4. Eigentlich machst du gerad nen gutes Beispiel fürs Reality Distortion Field: “Steve gibt mir genau, was ich brauche. Sonst will ich jetzt eigentlich nichts hören” ;)
    Natürlich ist da das unterliegende Bashing dabei. Aber noch hab ich nicht gesehn, dass es unangebracht wäre…

    Es gibt tatsächlich viele Leute, die NUR wegen des Prestiges und des Designs Apple kaufen und dann so ratlos davor sitzen wie vor jedem anderen Computer. Natürlich wird es ab dann etwas leichter – aber das ist auch viel Bevormundung.
    Es gibt auch viele Leute, die kaufen Apple, weil sie auf Windows kein Bock mehr haben und einfach ne fertige Kiste haben wollen. Völlig legitim. Es ist genau so legitim, eine Kiste zu haben, die man einfach aufmachen kann, wenn man will…

    Das Tablet ist ein teures Netbook – wenn man meinem EeePC das Display abbricht, die Tastatur rausreißt und dann das Display mit ner Touchfolie an den angedachten Ort für die Tastatur klebt, schwinden die Unterschiede. Er behält trotzdem mehr Funktionalität als das iPad jetzt hat.

    Ich sehe auch durchaus Sinn und Markt (nicht das gleiche) für Tablets. Gerade an der Uni. Aber hier beschränkt Apple seine eigenen Möglichkeiten. Stifteingabe ist mit Win7 eine schöne Sache – skizzieren und notieren geht auch gut (OneNote/Evernote). Apple hat nur eine Tastatur und malen mit Fingern ist lange nicht brainstormen mit Stift. Kein VGA-Ausgang an der Uni? Dünn.
    Jaja, es gibt Adapter, aber damit haben die Leute mit Mac an der Uni ja jetzt schon dauernd Spaß. Wie oft hört man von vorne: “Ich hab meinen Adapter vergessen, hat zufällig jemand seinen dabei? Sonst gibts jetzt leider keine Folien oder wir fangen 30Min später an.”
    Und das gleiche gibts jetzt auch mit USB. Yay Fortschritt!

    Gemein ist, das Apple dabei gierig ist. Alles dient der Gewinn- und Kontrollmaximierung: Kein Flash, keine Konkurrenz für den Appstore. Kein USB, also mehr Zubehöreinnahmen durch eigenes Zubehör und Lizenzierung.

    Also alles in allem: Keine Innovation. Das merkt man auch an der Anstrengung, mit dem Apple jetzt das Ding als Innovation verkaufen will. Den haben sie fürs iPhone nicht gebraucht, weils eine war. Hier liegt nur ein ausgewalztes iPhone vor. Mit allen Einschränkungen (gleiche Akkulaufzeit?), vom kleinen Display abgesehn.

  4. Erstmal einen Nachtrag: der Kindle DX kostet auch nur 10$ weniger. Wird spannend zu sehen, wie sich der Markt hier verändert. Nun zur Antwort, grins… (ich hab heute irgendwie keine Lust auf Arbeit)

    Engadget ist ja nicht nur negativ und auch bei denen schwingt die Frage mit: wofür brauch ich das? Ist auch die Frage, die mich umtreibt.

    1a. Das bleibt noch zu sehen. Ich kenne noch kein anderes Tablet, dass auch wirklich existiert. Mein (inzwischen verkauftes) Nokia n800 ist jedenfalls ein Witz dagegen.

    1b. Das hat auch bei iPhone und iPod touch wunderbar funktioniert. Dafür haben Sie ja auch einen höheren Gewinn als Nokia und mich NICHT als iPhone Kunden gewonnen. Wenigstens gibt es jetzt keine Zwangsbindung an einen Anbieter. Unlocked devices…

    Zu deinen Antworten auf meine Punkte:

    1) Mal ehrlich, für was braucht man das im Alltag? Mein ipod kann Musik spielen und ich kann über VPN im Hintergrund ins Netz. Natürlich finde ich auch, dass hier Luft nach oben ist. Ich finde die Benachrichtigungen bei anderen Systemen besser geregelt (Bsp. Android)und selbst mein e61i kann Multitasking, dafür dauert es halt fast ne Minute bis die Email-App geladen ist.

    2) Das ist ja genau der Punkt. Gibt es eine Kategorie von Geräten zwischen Rechner und Smartphone/ipod? Für mich gibt es die derzeit noch nicht.

    3) In diesem Punkt bin ich mir recht sicher. Ich will kein vollwertiges Betriebssystem auf so einem Mobilgerät. Mit dem Stift irgendwelche Kästchen und Kreuze treffen? Normales Booten und ne halbe Stunde warten? Nein, da muss schon ein angepasstes System her, welches stabil, schnell, instant-on und ohne Hacks läuft. Das kann meinetwegen auch sowas wie Android sein.

    4) Um es nochmal klar zu machen: ich brauch das Gerät so noch nicht. Ich finde nur, dass die Kritik so nicht greift. Steve hat mir schon häufiger nicht gegeben was ich mir wünsche (unlocked iphones für normales Geld, glare-free screens, apple tv mit apps…)

    Zur allgemeinen Kritik an Apple:
    Ich kenne keinen, der sich einen Apple nur wegen des Prestige und Designs gekauft hat. Beim iPhone mag das wohl ab und an zutreffen, bei anderen Geräten eher nicht. Du kannst natürlich einer anderen Meinung sein, aber ich halte das aktuelle Macbook Pro 13″ für die beste Hardware/Software Kombination die es gibt. Gerade wenn man nicht nur (wie ich heute) prokrastinieren möchte, sondern auch unterwegs normal arbeiten muss. Ich war mal vier WOchen nur mit dem EEEPC 901 unterwegs und hab es irgendwann gehasst…

    “Wenn man meinem EeePC das Display abbricht, die Tastatur rausreißt und dann das Display mit ner Touchfolie an den angedachten Ort für die Tastatur klebt, schwinden die Unterschiede. Er behält trotzdem mehr Funktionalität als das iPad jetzt hat.” Das wag ich zu bezweifeln, trotzdem eine schöne Beschreibung :)

    PDFs lesen, Emails schreiben und Surfen kann man auch auf einem Netbook. Schön ist das allerdings nicht. Man kann auf einem Netbook auch noch ne ganze Menge mehr, aber im Endeffekt bleibt es nur ein kleines, langsames Laptop. Wenn das #ipad in diesen Dingen besser ist, dann gibt es da möglicherweise auch einen Markt bei den 40-50 Jährigen nicht-Hackern.

    Das mit den Adaptern geht mir auch auf den Senkel, obwohl ich in meinem Rucksack immer einen extra Adapter dabei hab. Die derzeitigen Apple-Notebooks und auch das #ipad sind wohl einfach zu dünn für DVI/VGA Ausgänge. Nervig ist es trotzdem.

    Natürlich ist Apple gierig. Das mit der Innovation sehe ich noch ein wenig anders. Hätten Sie das Gerät einfach nur größer gemacht, dann würde es nicht funktionieren.

  5. @laotang
    a) Joa, brauch man nich diskutieren, ganz andere Hardwaregeneration und anderes Format.
    b) Weil die Leute von einem MP3-Player/Handy nicht mehr erwarten. Die haben noch nicht begriffen, dass sie eigentlich einen Computer in der Hand haben. Ob das beim Tablet als neues Produkt klappt, wenn man es dann neben ein Tegra2-Gerät hält, ist was ganz anderes. Apple-Kunden werden das natürlich ignorieren.
    Beim Gewinnvergleich von Nokia sind alle iPods eingerechnet – ist geschummelt.

    1. Z.B. Fahrtenbuch im Hintergrund laufen lassen, während man Navigation laufen lässt. Oder schnell nen Link von a nach b kopieren, um dann weiter zu surfen.
    Gibt sicher noch zig Möglichkeiten. Brauchen tut man Luft, Wasser und Nahrung.

    2. Ich denke, dass Tablets die Netbooks ablösen werden oder ehr: mit ihnen verschmelzen.
    Ein Tablet ist definitv bequemer für viele Sachen – daher sehe durch die Leistungsdeckung mit Netbooks durchaus eine Ablösemöglichkeit. Gerne dann ein Tegra2 mit ausziehbarer/ausklappbarer Tastatur und möglichst mit Stifteingabeoption. Der Unterschied zum Netbook besteht ja kaum aus mehr als der physikalischen Anordnung der Komponenten und nem Touchscreen.

    3. Nicht NUR Stift. Stift und Touch. Ergänzt sich wunderbar.
    Was du instant-on nennst ist der Standbymodus. Booten tun iPhone, iPad und Android-Geräte auch nicht rasend schnell.
    Standby ist für XP/Win7 kein Problem. Bissl optimieren können sies trotzdem gern.
    Aber ich stimme dir bei den benötigten Features natürlich zu.

    4. Ich propagandiere Netbooks auch nur als Mobilrechner, nicht Hauptrechner. Preisleistungsgewinner ist immer die Desktop/Netbook-Kombination.

    Und für lange Reisen ist ein Netbook für viele ganz sicher ein schlechterer Begleiter als ein Macbook 13″.

    Dass es sicher einen Markt gibt, hab ich ja nicht abgestritten.

    Das “zu dünn”-Argument greift nicht bei miniDVI, HDMI- und Display-Port – alles klein genug, alles gültige Standarts. Apple will nicht.

    Ich trag für meinen EeePC ja nichtmal mehr das Netzteil mit mir rum – das brauch ich für nen Arbeits/Uni-Tag nicht. 8 Stunden Akku reichen.

    Wo siehst du denn Innovation?

  6. Aber mal ganz im Ernst, warum sollte ich mein iPad an den TV anschließen wollen? Da hängt doch schon das Notebook/der HTPC dran, den man dann idealerweise mit schickem Interface via iPad bedienen kann.
    Was echt nervt ist die fehlende Front-Kamera, die man ja vielleicht irgendwannmal nachrüsten können wird (wie beim USB-Adapter), was dann aber wieder hässlich wäre. Denn ein bisschen Surfen, Solitär spielen, Kochrezepte nachschlagen und eben mit dem Sohn skypen, das wäre genau das Einsatzgebiet bei Eltern/Tanten, die man durch das Gerät glücklich machen könnte.

  7. Tach zusammen,

    ich bin der Meinung, dass diese Diskussion hier eigentlich nur entstanden ist, weil jeder andere Ansprüche hat. Man sollte vorher eine Zielgruppe definieren und das Gerät für diese Zielgruppe bewerten. Wenn man zu seinem Hardwarefritzen geht, und sich einem Computer kaufen möchte, wird er zu 100% folgendes fragen: “Was haben Sie denn mit dem Gerät vor? Möchten Sie Videoschnitt betreiben, mit Office arbeiten, Spiele spielen, oder oder oder…”

    Hier wird durchgehend angeprangert, dass das iPad irgend ein Feature nicht hat, aber das ist meiner Meinung nach falsch. Es sollte davon ausgegangen werden, welches Feature ein User braucht, dessen Ziel z.B. Websurfing, Office, Bilder, Musik, … ist. Wenn es dann eine Funktion nicht erfüllt, ist es auf jedenfall ein Kritikpunkt wert.

    Was mir hier auch noch sauer aufstößt, ist dass das iPad durchweg mit einem NetBook verglichen wird. Es ist keins! Das ist finde ich das selbe, wie Linux mit Windows zu vergleichen… Beides sind Betriebssysteme, beide sind aber nicht besser oder schlechter, sondern für andere Anforderungen konzipiert. Siehe ein Absatz weiter oben.

    Da ich gerade nur begrenzt Zeit habe, werde ich nur auf ein paar Sachen eingehen:

    VGA-Adapter
    Ich finde DVI hätte keinen Mehrwert beim iPad. Wenn man sich die VGA Tech Spec so anschaut, fällt mir persönlich die Auflösung auf, welche 1024×768 ist. Bei dieser Auflösung kommen mir 2 Gedanken: Alte Hardware (Beim iPad nicht der Fall) und Beamer (aha?!)
    Also diese VGA-Funktion ist vermutlich dafür gedacht um einen Beamer anzuschliessen und eine Keynote Präsentation vorzuführen. Eigentlich ja ganz nett, da die meisten Beamer mit VGA funktionieren. Hätte man also einen DVI-Anschluss, müsste man auch einen Adapter nehmen.
    Der Preis liegt bei 30$. Ist eigentlich nichts neues, wenn man sich die Preise der Adapter anschaut, welche Apple noch im Programm hat, diese kosten nämlich, wer hätte es gedacht, auch 30$. Nuja wer sich an dem Preis aufgeilt kann ja mal in den Mediamarkt gehen und einen beliebigen Adapter kaufen, ich gehe mal schwer davon aus, dass er nicht arg viel billiger davonkommen wird. Achja und: Seit wann ist Apple die Wohlfahrt?

    Flash:
    Hier muss ich vorweg bemerken: Ich mag Flash nicht, pfui! Ich will doch beim Surfen durchs Netz nicht irgendwelchen binären Scheiss über meine Leitung jagen. Flash ist langsam und frisst viel Leistung weg, was vorallem bei älteren Rechnern oft ein Problem ist.
    Natürlich wird Flash (noch?) bei vielen Websites benutzt, und es kann sowohl für DAUs aber auch für Pro-Anwender ärgerlich sein, manche Inhalte nicht darstellen zu können. In diesem Punkt ist Apple vorgegangen wie immer: Technologie “X” wird für schlecht oder veraltet befunden und nicht mehr implementiert. Siehe AppleTalk bei SnowLeopard. Diese Vorgehensweise hat Vor- und Nachteile. Windows schleppt beispielsweise immernoch eine DOS-Umgebung mit sich herum, Apple tätigte einen klaren Schnitt bei der Umstellung von OS9 auf OS 10 und hat keine Altlasten mitgenommen. Dieses Flash-Manko ist finde ich eher Apples Produktpolitik, als ein fehlendes Feature, denn wenn es für Apple wichtig wäre, würde es diese Schnittstelle auch geben.
    Ich persönlich freue mich eher auf HTML5, damit Flashinhalte zumindest teilweise verschwinden.

    Meine Zeit ist nun leider am Ende :( Wenn ich heute Abend dazu komme, werde ich weiter schreiben.

    Gruß
    Micha

  8. @Micha
    Ich stimme dir in allen Punkten nicht zu und meine Ansicht dazu hab ich auch schon geschrieben (z.B. Zielgruppe vs. Innovationsmöglichkeit).
    Vieles wurde ja auch bei den oben verlinkten Artikeln schon durchgekaut.

    Es geht mir nicht darum, dass das iPad Funktionen nicht hat, sondern dass es sie beherrscht und sie nicht verwendet werden können.

    Wenn die Flash-Geschichte eine produktpolitische Entscheidung wäre, hätte Apple da nicht schon seit dem ersten iPhone mit Adobe drum verhandelt.

  9. Ich hatte in den letzten Tagen leider eine Deadline, musste mich daher ein wenig aus der Diskussion zurück ziehen. Inzwischen sind pro und contra ja schon ziemlich eifrig in (fast) jedem Blog diskutiert worden. Zu @Martins recht einseitigen Links habe ich bei mir ein paar aus einer anderen Sichtweise gestellt (http://lihai.de/index.php?id=57).

    Ich finde @Micha trifft es ziemlich gut. Zentral ist die Frage was man mit einem Tablet machen möchte und das deckt sich nicht unbedingt mit einem Netbook. Browsen, Emails und Fotos bearbeiten, ein vernünftiger Kalender – das alles wird auf dem iPad besser gehen. However, Netbooks haben natürlich auch ihre Vorteile und Offenheit des Systems ist natürlich ein großer Gewinn. Der Preis natürlich auch (ich suche derzeit einen kleinen, sparsamen Server… und mit um die 100€ ist ein alter EEE PC ne interessante Option).

    Warum du, @Martin, Flash so wichtig findest hängt vermutlich auch mit deiner normalen Computernutzung zusammen. Sobald man da einen Mac hat vermeidet man Flash wo es nur geht. Langsam und buggy, ein Batteriefresser ohne Ende… Flash braucht bei mir mehr Rechenlast als ein HD Video (1080P) über VLC.

    Wirklich spannend finde ich die Frage die vom Bits und so Team (http://www.bitsundso.de/) in der letzten Folge des Podcasts aufgeworfen wurde: “Revolution durch Evolution?” oder anders formuliert: Ist ein großer ipod touch/iphone nicht vielleicht doch mehr als einfach nur größer?

    Gruß
    René

  10. @laotang
    Also Vorweg: Das Tablet kann auf Dauer (relativ) nicht irgendwas besser machen als ein Netbook. Sobald man ein Netbook im Tablet-Formfaktor baut, braucht nur irgendwer das System portieren und schon ist es gleich gut. Von da aus braucht man nur drei Hacks installieren und schon kann es die aufgezählten Dinge besser. Auch so könnte man auf beliebigen anderen möglichen System einfach die Apple-Software nachbauen. Pauschale Aussagen über bessere Nutzbarkeit kann man da faktisch nicht treffen.
    Technisch ist es das gleiche: ein Computer, der von seiner Leistung unter der eines Laptops liegt, günstiger ist und mehr Akkulaufzeit hat. Sobald die ersten Netbooks mit Tegra2-Chip kommen, basieren dann auch beide auf zwei ARM-Prozessoren.
    Dabei sollte man noch erwähnen, dass du einen alten EeePC für 100€ einem neuen iPad für 499€ gegenüberstellst. Wenn du den durch ein Tegra2-Tablet für 500€ dem iPad gegenüberstellst, sieht das ganze anders aus.

    Flash benutzt nunmal jede zweite Seite und es ist de facto ein Standart im Netz. Wenn das unter Apple so mies läuft, dass es lieber ignoriert wird, ist da ja schade – aber doch kein Grund, Plattformen davon unberührt zu lassen, die laut Bewerbung “das volle Internet-Erlebnis” bieten sollen (Zitat von Onkel Steve, nebenbei).
    Das dass von Apple-Fans beinahe als Feature verkauft wird, zeugt für mich nur vom Reality Distortion Field. Davon zeugen auch die Apple-PR-Aufnahmen, die das iPad einfach mal Flash anzeigen lassen.
    Ich bin sicher kein Flash-Fan – die Leistungsaufnahme ist ja gerade auf meinem lieb gewonnenen Netbook nicht zu übersehen. Aber es gibt auch keine Alternative, die diese Funktionalität besser anbietet. Und ich sehe noch keinen Grund, Flash auf dieser Plattform auszulassen, der es nachvollziehbar rechtfertigt.
    Das Apple im Alleingang gegen Video/spielseiten und die Farmville-Spieler auf Facebook ankommt, wie bitsundso das propagandiert, halte ich auch für etwas weit hergeholt.

    Die Frage, ob ein größeres Gerät mit gleichen Funktionen und mehr Leistung nicht trotzdem vielleicht ein magisches Einhorn ist, seh ich gar nicht so sehr. Dass damit ein paar Sachen besser möglich sind, ist klar – aber darüber hinaus lässt sich da nichts erkennen. Ich glaub es schmerzt Apple arg, dass sie es als “wir haben alles richtig gemacht und deshalb machen wir genau so weiter” hätten verkaufen müssen, sich aber nicht überwinden konnten dann doch keine Revolution auszurufen.

    Ich hör gerad den aktuellen bitsundso, aber irgendwie gehts da wohl darum, alles anzusprechen, was das iPad nicht kann und dann jemanden in der Runde zu finden, der sagt, warum das egal oder gut so ist. Sind schon ein wenig unkritisch, aber eben auch bekennende Apple-Jünger.
    Ich fand gerade den Artikel zu New vs. Old World Computing fand ich ziemlich weit gegriffen, aber vieles darin ist sicher nicht falsch. Ich seh das weniger als neu vs. alt und mehr als Ebbe und Flut… was da als New World Computing beschrieben wird, hat Palm OS schon vor langer Zeit gemacht.
    Ich denke, es wird sich einpendeln: Es gibt die einfach-und-sorglos-Oberfläche und dann noch eine freiere für Leute, die es anders wollen. Ein System kann ja gleichzeitig abgeschirmte Programme laufen lassen und offen sein (siehe Android).

    Ich seh übrigens mit dem Marktgewinn von Apple auch eine Ablösung von Apple-Predigern durch Apple-Apologisten.

    So, das reicht erstmal. Nicht vergessen: Alles mit einem kleinen Augenzwinkern lesen ;)

  11. Gerade die Daily Show vom 28zigsten gesehen und da war auch schon ein halber Rant über das “iPub” drin. Sehr lohnenswerte Folge, btw.

    @Martin
    Ich habe Schwierigkeiten deinen ersten Absatz zu verstehen, was möglicherweise auch an unterschiedlichen Definitionen liegen mag. Für mich ist ein Netbook eine kleinere, langsamere und zumeist billigere (300+ €) Ausgabe eines Notebooks, meist mit Atom-Prozessor und einer Auflösung von 1024×600. Immer mit einer Tastatur und in der Regel ohne Touchscreen. Es gibt zwar einige Versuche spezielle Betriebssysteme dafür zu entwickeln, aber in der Regel läuft ein normales OS (meist XP) auf diesen Geräten.

    Das iPad und sein OS basiert dagegen auf einer ARM Struktur, Portierung geht nur auf ein iPod/iPhone (was wohl auch schon geklappt hat). Im Kern der Sache liegt das OS, welches speziell auf die Plattform und nur auf diese angepasst ist. Nochmal: für Portierung ist da wenig Raum. Ähnlich wie beim ipod/iphone steht das OS des iPad für das Versprechen, dass alles einfach, verständlich und zuverlässig läuft.

    Das angepasste OS ist auch mein zentrales Argument gegen die Tegra2 Tablets, von denen ich im übrigen nur sehr wenig Konkretes gehört habe. Damit sie erfolgreich sind sollten sie aber billiger als 500€ sein.

    Beim Flash möchte ich dir widersprechen. Gott sei Dank ist Flash kein Standard im Netz und wird auf jeder zweiten Seite nur für Werbung benötigt (‘nenn mir eine wichtige Anwendung für dich, die auf Flash basiert). Es wurde zwar schon tausendmal angeführt, aber hast du die Flash-Demonstration auf dem Nexus One mit der National Geographic Webseite gesehen? Grauenhaft. Ich habe eine ähnliche Diskussion damals zu ipod vs n800 geführt (und beide Geräte besessen).

    Vimeo und Youtube haben fast alles in h264, andere Webseiten werden folgen (und ein paar vielleicht auch nicht). Einzig die Flashspieler verlieren, aber ich stelle jetzt mal die These auf, dass es auf dem iPad schon beim Start sehr viel bessere Spiele gibt, als jemals mit Flash möglich sind. Der ipod touch hat vielleicht mal als Musik/Internet Konsumdevice angefangen, aber inzwischen wird er von vielen fast ausschließlich zum zocken verwendet.

    Bei den Bits und so Leuten stört mich einzig die für den Gadgetkauf zur Verfügung stehenden Mittel. Ist natürlich nur Neid, aber ich müsste ein weiteres Gadget erstmal rechtfertigen können. Ich stimme dir zu, dass die klassischen Nerds nicht die primäre Zielgruppe für Apple und fürs ipad sind.

    Das mit den Apple-Predigern und Apple-Apologisten verstehe ich nicht, werfe aber vorsichtshalber ein http://www.nytimes.com/2010/01/07/technology/personaltech/07pogue-email.html in den Raum ;).

  12. @laotang
    Für mich ist ein Netbook nur eine Plattform aus bestimmten Leistungsfaktoren. So gibt es schon Netbooks auf ganz verschiedenen Hardwareplattformen, mit verschiedenen Auflösungen, Preisen und Formfaktoren. Spezialisierte Betriebssysteme halte ich dabei persönlich für einen Irrweg, spezialisierte Oberflächen hingegen nicht.
    Die einzige Kategorisierung, die alle Netbooks umfasst, ist diese von
    Leistung und Größe in dieser Anordnung: Smartphone* > Netbook > Laptop

    Da fällt auch das iPad rein. Ob man die Tastatur erst anstecken muss oder nicht macht für mich da so wenig unterschied wie die Auflösung oder das System.
    Es kann höchstens sein, das Tablet sich als Begriff über diese Hardwaregrenze hinweg setzt, weil ein Tablet sowohl Notebook- als auch Netbookleistung haben kann und der Formfaktor nicht mehr zu einem von Beiden passt.

    Nvidias Tegra2 basiert genau wie Apples A4 auf einem ARM-Doppelkern. Daher ist Portierung des iPad-OS sicherlich nicht abwegig und der Vergleich damit sehr treffend. Berichterstattung gabs (z.B. auf Engadget) rund um die CES reichlich.

    Was Flash angeht, gehst du zu sehr von deinem Nutzungsverhalten aus.
    Abertausende von Spielen funktionieren im Browser nicht ohne Flash und es gibt genug Leute, die solche Spiele nutzen. Der Podcast-Player von bitsundso läuft mit Flash. Und so weiter und sofort… Flash ist glaub ich das meist installierte Browserplugin überhaupt und du musst erstmal einen Rechner in einem Büro oder einer Wohnung finden, der es nicht installiert hat. Bis auf ein paar Linux-Kisten und abgeschottete Rechner wirst du da wenig Erfolg haben. Daher: Standard.

    Das man Spiele auch über den Appstore holen kann, ist sicher kein Zufall, sondern verdeutlicht die ist Wettbewerbsverhinderung. Das macht dir als Systemnutzer nichts, aber allen Leuten, die auf Flashspiele und eingebettete Elemente aufbauen. Und die Möglichkeit, Alternativen zu Appstore-Apps in Flash zu bauen, vergisst du bei der Argumentation.
    Zu deiner These: Es gab bisher und gibt es auch weiterhin viele Flash-Spiele später als iPhone-Spiel. Innovation und Leistung sind zudem zwei Sachen (siehe Wii).

    Pogue verlinken gibt gleich Minuspunkte, der ist gekauft und das ist auch kein großes Geheimnis. Der nennt sich nicht mal mehr selbst Journalist.

    * Google möchte das iPhone und sein Nexus gerne “Superphones” nennen, weil die Leistung zwischen traditionellen Smartphones und Netbooks liegt – auch das bestätigt das Kategorieschema.

  13. Ja, der liebe Herr Pogue weckt Emotionen… ;) Nicht ärgern lassen. Ich glaube ihm allerdings die Hate-Mails. Zum Nexus One: der Begriff “Superphone” ist ja wohl absoluter Quatsch.

    In der Tat haben wir eine unterschiedliche Definition von Netbooks, aber ich sehe auch den Punkt, die Dinger zusammen mit eReadern, MIDs, UMPC, Origamis etc in eine besondere Kategorie “mobile computing” einzuordnen (ich habe keine Idee für eine Übersetzung). Für mich waren Netbooks immer nahe am Konzept des EEE PC 701 orientiert. Mal größereres Display, mal mit Atom mal nicht, aber immer als Miniaturausgabe eines richtigen Notebooks.

    Tablets sind für mich eine neue Spielweise des mobile computing, da hier der Bildschirm gleichzeitig auch zentrales Eingabemedium ist. Apple setzt bei der Eingabe auf Finger, andere mehr auf Stifte (siehe die Slates von HP und Konsorten). Apropos, gibt es eigentlich schon Preis für den HP Slate – gleich mal weiter googeln/bingen?. http://www.pcworld.com/businesscenter/article/186247/hp_slate_lowers_the_bar_for_apples_tablet_pc.html

    Ich habe auch viele Gerüchte über die Tegra Tablets gehört, konkret ist aber niemand geworden. Wer soll sie den auch produzieren? Wer entwirft das OS? Wer vertreibt sie? Ich sehe da höchstens Google in der Position. Na, wir werden sehen und haben erstmal nur die grauenhafte Ballmer Präsentation zur Orientierung.

    Spezialisierte/angepasste Betriebssysteme sind meines Erachtens eine Bedingung für den Erfolg von Tablets und ein wichtiger Grund für den totalen Misserfolg aller bisherigen Versuche in diesem Bereich (UMPC&co). Mir ist auch völlig unverständlich warum Nokia Maemo so sträflich vernachlässigt hat. Eine unglaubliche strategische Fehlleistung.

    Natürlich findet man Flash überall, ich habe mir sogar Silverlight installiert um die Ballmer Show bei der CES zu sehen, aber brauchen tut man es nicht. Flash liegt im Sterben, genau wie die ursprüngliche Kategorie der Netbooks (Nachfolger des EEEPC). Ich glaube, dass die Zielgruppe der ipads flash nicht vermisst (und nicht nur weil Zielgruppe=Apple Jünger).

    Eigentlich wollte ich mir ja kein iPad holen aber bei deinem ganzen Zureden muss ich ja fast. ;)

  14. @laotang
    Ich verstehe, warum sie ein Nexus One oder iPhone nicht mit dem vergleichen wollen, was Nokia oder Sony als Smartphones verkaufen – da liegen nun mal Welten zwischen. Aber es sind halt einfach nur neue Smartphones. Der Begriff ist wirklich blöd.

    Du hast das iPad jetzt solange schöngeredet, dass du dir doch eins kaufen willst? Autostimulation, oder wie heißt das Fachwort dafür? Stockholm-Syndrom? ;)

    Dann les endlich den Tegra-Kram nach. Immer zu sagen, du hättest da nichts mitbekommen, bringt dich nicht weiter und ich wills dir nicht vorkauen. Mach dich diskussionsfähig oder hör auf da zu widersprechen ;)

    Außerdem musst du dich von der Vorstellung trennen, dass es einen Pusher (OS-Entwickler o.ä.) braucht, der die iPad-Konkurrenz nach vorn bringt. Viele verschiedene Konfigurationen mit verschiedenen Systemen habens bisher immer getan und dieses Modell wird hoffentlich nicht verschwinden. Im Gegenteil, das Systemmonopol wird gerade erst gebrochen und das soll bitte so weiter gehen.

    Das die meisten UMPCs/MIDs (“kleine TabletPCs”) nicht gut ankamen, ist sicherlich zum Teil die Schuld der völlig unangepassten Betriebssystemen. Ich teile da dein Unverständnis.

    “Brauchen” ist keine Wort, mit dem man argumentieren kann, weil brauchen immer relativ ist. Es gäbe sicher genug Leute, die gerne Flash auf iPhone/iPad nutzen würden, wenn sie denn könnten. Können sie aber nicht, also müssen sie zwangsweise auf den Appstore ausweichen. Zu sagen, man bräuchte keine Flashspiele, weil ja alle die Spiele aus dem Appstore holen würden, ist wie wenn das Fernsehn argumentiert, hohe Einschaltquoten würden belegen, dass die Leute eine Sendung gerne sehen würden. In einem System ohne Alternative kann halt nur die Möglichkeit gewählt werden, die angeboten wird – ob das die beste Möglichkeit ist, steht in den Sternen.

  15. Moin. Nur kurz, eine weitere Deadline drückt…

    Superphones. Nur denkt keiner mehr an Nokia und Sony, wenn es um Smartphones geht. Vielleicht ist der Begriff ja auch nur ein Testballon, der bald wieder untergeht.

    Tegra-Kram. Wahrscheinlich sind meine subtil gedachten Lästereien nicht angekommen. Ich habe durchaus die gleichen Berichte zu den Dingern gelesen, bin aber einfach sehr skeptisch. Bis jetzt hör ich da noch aus jeder Ecke Duke Nukem Forever, oder, anders formuliert: noch einige Crunchpads werden zu JooJoos (große Ideen, mickriges Outcome). Das soll nicht bedeuten, dass ich den Herstellern hier nix zutraue, aber es gibt aber noch nix konkretes/greifbares.

    Plattformen, Big Player. Wenn es keinen big player gibt, der Apple Konkurrenz macht, wer soll es den dann tun? Das mit den vielen gleichzeitig existierenden Plattformen halte ich für unwahrscheinlich. Bis jetzt sehe ich nur bei Google das Potential (vllt noch Nokia, aber die machen gerade alles falsch).

    Autosuggestion. Klar, wenn man so lange drüber nachdenkt… :) Außerdem bin ich mit über 30 ja auch Zielgruppe. Crumpy old men.

    Flash, mal wieder. Flashspiele mögen nette Ideen beinhalten, im Vergleich zu den Spielen im Appstore sind sie aber für ne ganz andere Zielgruppe. Auf dem ipod/iphone/ipad geht durch Multitouch und Gleichgewichtssensor doch ne Menge mehr. Das ist schon eher PSP oder DS Niveau. Flash ist wie XP, eigentlich schon tod und Technik von Gestern, aber für viele noch völlig ausreichend. Für die Zukunft nicht so wichtig… ;)

  16. @laotang
    Da du dich wiederholst und mir nicht die gleiche Skeptik gegenüber dem iPad zugestehst, die du gegenüber den Tegras hast, sollten wir vielleicht langsam aufhören und in drei Monaten nochmal das Thema aufwärmen ;)

    Und zum CrunchPad:
    Ich hab nach “Crunch” und “Arrignton” aufgehört, was zu dem Ding zu lesen. Arringtons Job ist die Produktion heißer Luft und wer dem die Sache abgekauft hat, ist selbst Schuld und verdient kein Mitleid.*
    Das CrunchPad als Beispiel für eine (ganz andere) Hardwareplattform von anderen Herstellern zu nehmen, ist auch nicht so richtig sinnvoll.

    Mich irritiert deine Sicherheit betreffend Apples Erfolg.
    Bisher ist Apple in keinem Bereich Marktführer. Daran ändert auch die Märchenrechnung zu verkauften Mobilgeräten nicht… wenn Sony alle mobilen Geräte zusammen zählen würden, die sie je verkauft haben, wäre Apple wieder platt.
    Apple ist viel kleiner, als es glauben machen möchte – und während Apple sicher an Marktanteilen gewinnt, ist es nirgends die dominierende Marke. Eine Ausnahme ist das iPhone, weil man es schwerlich mit bisherigen Telefonen vergleichen kann – aber hier müsste man in einem halben Jahr prüfen, ob sich das nicht erledigt hat.

    Der Punkt ist: Ich sehe auch beim iPad von Apples Seite gar nicht das Potential, konkurrenzlos Marktführer zu werden. Das waren sie nie und das werden sie so schnell nicht, dafür sorgt eine Mischung aus Preis, Inkompatibilität und zähem Umstieg.
    Selbst wenn sie für eine kurze Zeit einziger Anbieter bei Tablets wären, werden sie nicht den gleichen Vorsprung haben wie beim iPhone.

    Flash: Es würde vermutlich zwei Minuten dauern, dem Mobil-Flash die Multitouch/Accellerator-API zu verpassen. Und solange es Flash gibt, würden – wie bei XP – es Leute auch nutzen. Das ist wieder nur das alte “was Steve mir nicht gibt, brauche ich auch nicht”-Argument. Copy&Paste hat ja auch keiner gebraucht.

    *Pro-Tipp zur Vermeidung zukünftiger Lektüre: Pogue, Arrington, Cashmore, Calacanis, Scoble, Lobo, Sixtus.

  17. Ok, machen wir hier mal Schluss, nur ein paar letzte Worte noch ;)

    ipad Skepsis. Ich bin ja auch skeptisch ob sich die Dinger durchsetzen, allerdings nicht wegen der Konkurrenz. Um es nochmal klar zu formulieren: Es gibt noch keine Konkurrenz, weil es in diesem Feld sonst kein fertiges Produkt gibt. Das kann sich natürlich bei Ankunft der Tegras ändern, aber bis jetzt gibt es da noch nichts konkretes.

    Crunchpad. Das Crunchpad sollte nicht als Bsp für eine Klasse von Geräten dienen, da hast du mich falsch verstanden. Es ist ein zugegebenen extremes Bsp für eines von vielen Konzepten, die auf dem Weg zum fertigen Produkt gescheitert sind. Und so wird es noch vielen ergehen. Ich bin ja auch gespannt darauf was noch kommt – ich sehe nur, um es nochmal zu sagen, nix fertiges.

    Apples Erfolg. Da hab ich doch gar nicht drüber geschrieben, oder? Ich habe gesagt, dass bei Smartphones keiner mehr an Sony und Nokia denkt. Da gibt es derzeit keine spannenden Produkte, bzw. werden wirklich gute Ideen vergeudet und schlecht umgesetzt (n900). Man muss ja nicht unbedingt ans iPhone denken, Android ist ja auch stark im kommen. Web OS ist auch sehr interessant… Aber Symbian ist trotz aller Verkaufszahlen nicht mehr auf dem gleichen Niveau.

    Apple ist, neben Google, der einzige Laden, der ein vernünftiges Mobiles OS hat, was man offensichtlich auch auf einen großen ipod touch skalieren kann. Alle anderen haben Desktop Betriebssysteme, die erst noch angepasst werden müssen.

    Mir ist auch klar wie groß/klein Apple ist und das sie auch Geld verdienen wollen (nicht zu knapp). Aber Apple hat auch gewisse Stärken, die du hier einfach nicht siehst (OS, Vertrieb, homogenes und leider geschlossenes Umfeld, Erfahrung etc).

    Flash. Ginge bestimmt, aber wer will das den? Da haben wir wohl einfach unterschiedliche Meinungen. Flash ist für mich Mist, Dreck und einfach überflüssig. Flash kann nix besser als eine native App und braucht immer mehr Ressourcen, ist buggy und nervig. Das alles als Reality Distortion ab zu tun halte ich für ein schwaches Argument. MMS hat beim iPhone keiner gebaucht, trotzdem ist es gekommen. Halte ich trotzdem für (großen) Quatsch.

    Gelinde gesagt klingt der Pro-Tipp etwas arrogant ;). Kann dich aber beruhigen, von denen lese ich eigentlich so gut wie nichts.

  18. @laotang
    Ich les immer “fertiges Produkt”. Es gibt ein Vorserienmodell vom iPad, es kommt erst in zwei respektive drei Monaten in den Handel. Das ist in etwa so “fertig” wie alles, was man bisher schon auf der CES von ein paar Tegra2-Tablets sehen konnte.

    Crunchpad: Meine Kritik an dem CrunchPad-Schluss war nicht, dass du von einem Tablet auf andere Tablets schließt, sondern von einem Projekt auf alle Tegra2-Vorstellungen. Das sind dutzende Hersteller, dass die größere Anzahl von denen sich solche Eier leistet, ist mal arg abwegig.

    Du hast nichts zu Apples Erfolg geschrieben, aber du gehst völlig unkritisch von einem aus – obwohl wenig diese Vermutung stützt. Daher der “Exkurs”.
    Ich sehe durchaus Stärken von Apple, die sind aber hauptsächlich Vorteile für die Firma, nicht für Kunden (Geschlossenheit, Kontrollzwang). Und eine Stärke im Vertriebs sehe ich nicht – was kann Apple da, was andere nicht können?
    Das ein fertiges Touch-OS da ist und Erfahrung mit solchen Produkten existiert, ist kaum abzustreiten.

    Es gibt genug Leute, die Flash wollen. Du nicht. Ok.
    Akzeptiere trotzdem, dass du nicht alle Apple-Nutzer repräsentierst.
    MMS ist einfach keine Konkurrenz für ein Apple-Produkt, im Gegenteil: Apple bekommt für verschickte MMS meist (je nach Mobilfunkanbieter) sogar Geld. Egal wie oft du es als Design-Entscheidung darstellst: Es ist nicht drin, weil es Apple Konkurrenz macht, nicht (nur), weil es schlechte Eigenschaften hat.

    Mein Pro-Tipp mag arrogant sein. Das tut seinem Wert nichts ab… Die Produzieren nun mal 90% (+/- 10%) der Zeit heiße Luft. Lässt sich nachlesen.

    Abschließend:
    Ich werfe Apple nicht vor, ein schlechtes OS oder Produkt zu haben oder keinen Markt für das Gerät. Ich werfe Ihnen beim iPad Innovationslosigkeit vor und kreide den Kontrollzwang und die Geschlossenheit des System an. Ich bin da von Apple enttäuscht, weil ich erwartet hätte, dass sie tatsächlich neue Standards für den Markt setzen (nicht, weil ich nen tolleres Apple-Tablet wollte).

    Apple macht Microsoft in meinen Augen zu sehr nach: Windows or die, Apple or die. Es ist 2010 und die großen Firmen kochen immer noch ihre eigenen Süppchen aus Angst, die Nutzer könnten das System nicht nach Abhängigkeiten, sondern Vorlieben wählen.

  19. Eigentlich ist das Gespräch ja vorbei (kommt nix neues;), aber ich schlage hier eine Wette vor:

    Das iPad wird bis Weihnachten das erfolgreichste Tablet und ich sage 40+x% Marktanteil voraus. Das wäre mir ein Kasten Bier (im Gegenwert eines Kasten Becks) wert, der gemeinsam vernichtet werden muss. :)

    Deinen abschließenden Kommentar sehe ich teils sehr ähnlich. Ich würde mehr Offenheit begrüßen. Ein brauchbares und billiges Maemotablet, mit vielen vielen Bugfixes und einem Appstore – ach wäre das toll. Bei der Innovationsleistung habe ich ja bekanntlich ne andere Meinung.

  20. @laotang
    Auf 40%+ Marktanteil können wir uns einiges, weil ich nicht glaube, dass es den einen Konkurrenten(tm) geben wird :)
    Fehlt aber noch ein Benchmark. Woher nehmen?

    Geht auch ne Flasche Whiskey? Ich bin kein Bierfan ;)

    Zu Nokia: Ovi-Store gibts schon – der Rest müsste halt enorm gepusht werden. Aber ich seh eine größere Wahrscheinlichkeit, dass Android nochmal massiv für Tablets aufpoliert wird.

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