Meine Fotoausrüstung

Ich beschäftige mich viel zu viel mit den Eigenschaften von Ausrüstung. Hier kommt mein Versuch, das für euch nützlich zu machen und es euch gleichzeitig zu ersparen – für den fotografischen Teil meiner Techniksucht.

Disclaimer vorweg: Mit diesem Post test ich Amazon-Referal-Links, über die ich 10% Provision auf eure Einkäufe als Gutschein bekommen sollte. Allerdings verbietet Amazon das wohl für Fuji-Produkte. Die Links sind deshalb… komisch.

Man heiratet ein System

Gut, Heirat ist vielleicht übertrieben, aber nur ganz leicht. Der buy in bindet euch erstmal eine ganze Weile. Drum prüfe, wer sich ewig-ish bindet!
Bei mir gibt es drei Kriterien, die mich zu Fujis Systemkameras getrieben haben:
  • Ich fotografiere am liebsten Menschen. Die sind, wenn sie keinen Sport machen, nicht besonders schnell in ihren Bewegungen.
  • Ich möchte meine Kamera oft dabei haben – Größe und Gewicht sind also ein Thema.
  • Ich verdiene nicht mein Geld mit Fotografie. Sie ist ein Hobby für mich, ich will Spaß an der Sache haben.
Fuji-Kameras sind in der Regel (auch professionell) für alles total okay, was nicht Megapixelmassen oder Automatikfeuer verlangt. Also für Sport- oder Wildtierfotografie nicht zu empfehlen – sonst absolut. (Seit der X-T2 hat sich das erledigt)
Fujis Kameras unterscheiden sich danach, ob sie Wechselobjektive haben, einen optischen, elektronischen oder keinen Sucher. Verglichen zur Größe haben Fuji-Kameras einen recht großen Bildsensor (APS-C), was für die Objektive einen Crop-Faktor 1,5 ergibt. 35mm an den meisten Fujis wären etwas mehr als 50mm an einer Kleinbildkamera, was eine Milchmädchenrechnung ist. Für die Wahl des Objektives kann man es aber im Kopf behalten.
Alle Fujis haben keinen Spiegel, sind also keine DSLRs. Dafür sind sie in der Regel recht kompakt und sehen ein wenig analog aus. Das ergibt drei Vorteile:
  • Sie wirken nicht bedrohlich.
  • Sie sind leicht und robust.
  • Sie haben sehr viele Rädchen und Knöpfe: Man muss für viele Einstellungen nicht in Menüs und gewöhnt sich schnell die nötigen Bewegungen an.
Wem das jetzt nicht einleuchtet, hilft auch keine weitere Erklärung ;) Bleibt noch zu ergänzen, dass Fujis einen außerordentlich guten Weißabgleich haben – die Farben sind super. Genau wie die Linsen. Fuji hat eine enorm gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Die Tatwaffen

Meine Einstiegsdroge zu Fuji war die Fujifilm x100. Sie ist sehr alt, ich habe sie vor Jahren gebraucht günstig gekauft und habe sie immernoch. Sie hat ein gutes 23mm f2 Objektiv fest verbaut – das macht sie nochmal kompakter. Außerdem hat sie sowohl einen optischen, als auch einen digitalen Sucher – eine Fuji-Eigenheit. Den meisten Menschen könnte ich diese Kamera immer noch empfehlen – inzwischen gibt es aber auch die einige Generationen neuere x100F. Diese Kamera habe ich neulich kurz getestet und sie ist ein absolutes Biest – der Fokus ist rasend schnell und sie macht quasi kein Geräusch beim Auslösen. Der elektronische Sucher ist inzwischen so gut, dass man den optischen eigentlich weglassen könnte. Ich mag ihn trotzdem.
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Für Portraits reichen 23mm natürlich nicht wirklich und die verfügbaren aufschraubbaren Adapter waren für mich nicht besonders attraktiv. Also habe ich mir günstig den (ebenfalls veralteten) großen Bruder der x100 gekauft: die X-Pro1. Das ist fast die gleiche Kamera: Sie hat ebenfalls die Kombination aus optischen und elektronischen Sucher, aber man kann verschiedene Objektive nutzen. Inzwischen hat die mit der X-Pro2 einen Nachfolger.
Warum wollte ich Kameras mit optischem Sucher? Der Akku hält länger, aber vor allem waren elektronische Sucher damals nicht gut genug. Heute wäre das kein Problem mehr, im Gegenteil: Ich müsste heute Gründe suchen, nicht die Fujis ohne optischen Sucher zu kaufen, denn die optischen Sucher von Fuji sind in ihrer Funktion nicht so gut wie die von Leica.

Am Wichtigsten ist das Glas

Das gilt sowieso immer, aber es gibt für fast alle Kamerasysteme inzwischen sehr gutes Glas und meist auch bezahlbar. Fuji hat eine gute Auswahl von Linsen, die ihr Geld Wert sind – ich habe nie nach Drittanbieter-Linsen oder Adaptern geguckt, obwohl es die gibt. Schmerzpunkt: Fuji-Objektive haben meistens einen Schalter als Fokusring, der einen Motor steuert. Da ich aber aufgrund der Weise, wie der optische Sucher bei Fujis funktioniert, nur den Autofokus verwende, ist das für mich relativ unbedeutend. Für die Objektive lasse ich mal die Fotos sprechen. 
Mein Immerdrauf-Objektiv ist das 35mm f1,4. Es ist schön kompakt und relativ leicht.

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Mein Portrait-Objektiv ist das 56mm f1,2. Es ist weniger kompakt und liegt viel rum – das hat es nicht verdient, aber so ist das nun leider mal. Wenn ich tatsächlich Fotoausrüstung einpacke, ist es aber immer dabei.

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Was würde ich heute kaufen?

Wieder Fuji: Vermutlich eine X-T20 oder eine X-T2, aber ich müsste vorher kurz mit der X-Pro2 nochmal rumspielen. Mir kann eigentlich eine Kamera nicht klein genug sein.
Das 35mm f1,4 würde ich sofort wieder kaufen. Auf meinem Wunschzettel steht das neue 50mm f2, aber vermutlich kaufe ich erst das 18mm f2. Das 56mm f1,2 würde ich jedem empfehlen, der mehr Portraits macht als ich oder einfach immer eine Fototasche mit Zweitobjektiv benutzt. Das 50mm f2 ist etwas leichter und günstiger; daher würde ich das heute eher in Betracht ziehen.
Das hier keine Zoomobjektive auftauchen, sondern nur Festbrennweiten, ist Absicht.

Bonus: Taschen

Taschen und Rucksäcke sind so eine Sache, in die ich mich so sehr reinsteigern kann, dass es schon gerechtfertigt wäre, selbst welche zu produzieren. Zwei Empfehlungen:
Den von Manfrotto produzierten National Geographic Rainforest Rucksack hatte ich kurz und mochte ihn, nicht zuletzt wegen der Optik. Warum habe ich ihn nicht mehr? Ich brauche entweder viel flexiblen Stauraum ODER eine viel kleinere Tasche.
Und die kleinere Tasche ist der Quick Escape Sling L von Crumpler, der gerade ersatzlos ausstirbt. Ich bekomme da Kleinkram, meine 12” Thinkpad, die X-Pro1, eine komprimierte Tragetasche für Einkäufe, einen großen Kopfhörer und eine 600ml-Trinkflasche rein, wenn es sein muss. Irgendwo wird sich vermutlich immer noch eine finden lassen, aber die Farbauswahl ist jetzt schon weniger gut.

Zu guter Letzt

Fasst die Kamera an, die ihr euch kaufen wollt. Es muss klick machen. 
 

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